FriedensFrau Irene Santiago – an einem Samstag in Zürich

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Immer wieder ist es schön, eine der 1000 FriedensFrauen persönlich kennen zu lernen. Vieles hatte ich von Irene Santiago, die ich gleich treffen würde, schon gehört in den vergangenen Wochen und Monaten – insbesondere wenn wir im Team über den Friedensmediationskurs in Nepal sprachen, an welchem sie als Ausbildnerin mitwirkte. Ich war also gespannt.

Im Gespräch mit ihr erklärte sich mir denn auch schnell die Faszination meiner Arbeitskollegin, die aufgrund des Mediationskurses mit Irene Santiago zu tun und sie des Öfteren sehr anerkennend erwähnt hatte. Die FriedensFrau hat, und dafür ist sie bekannt, von 2001 bis 2003 Friedensprozesse in Mindanao auf den Philippinen mitgestaltet. Ebenso war  sie  im Jahr 1995 prägend für die Ergebnisse in Beijing (die vierte Weltfrauenkonferenz von Beijing kulminierte in einer Aktionsplattform gegen die Diskriminierung von Frauen).

FriedensFrau Irene Santiago in ZürichAll das sieht man der mittlerweile dreiundsiebzigjährigen mehrfachen Grossmutter nicht an.  Eher unauffällig und wenig prätentiös berichtet sie denn auch von ihrer Arbeit und aus ihrem  Leben. Als ehemalige Vorsitzende der „Mindanao Commission on the Status of  Women“ und  Einberufende des „Mothers for Peace Movement“ wurde sie im Oktober 2013 mit dem N-  Peace Award ausgezeichnet. Dieser Preis anerkennt die tragende Rolle von Frauen in  Friedensprozessen in Asien und wird ausgelobt vom United Nations Development  Programme.

Im persönlichen Gespräch betont Irene Santiago, wie wichtig es sei, dass Frauen nicht nur an   die Verhandlungstische kommen, sondern auch entsprechend darauf vorbereitet werden.    Insofern beurteilt sie Friedensmediationskurse für Frauen – wie jener von PWAG und Sangat, in welchem Vermittlerinnen aus verschiedenen Konfliktkontexten in Nepal zusammenkamen und trainiert wurden – als grundlegend und wichtig. Ihrer Wahrnehmung nach sind Frauen zwar aktiv auf vielen lokalen Ebenen, werden aber für höhere Entscheidungsränge kaum berücksichtigt. Daher komme es in der konkreten und vertieften Beurteilung einer Konfliktsituation dazu, dass die sogenannten Experten in Friedensprozessen oftmals nicht zu wirklich guten, sprich nachhaltigen, Lösungen finden.

Positiv beurteilt die FriedensFrau hingegen die vielfältigen Netzwerkaktivitäten verschiedener international tätiger Frauen-und Menschenrechtsorganisationen. Hier sieht sie echtes Potenzial für die Zukunft. Mit dieser mutmachenden Botschaft neigt sich unser Treffen an einem sonnigen Märznachmittag in Zürich dem Ende zu.

Verfasserin: Meike Sahling, Geschäftsleiterin FriedensFrauen Weltweit

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