Erster Erlebnisbericht aus Buenos Aires – und Ausblick auf den zweitägigen Workshop zu „Gender Perspektiven und Frauenhandel“

Standard

Vom 29. April bis 6. Mai findet in Buenos Aires das internationale Treffen der PWAG Koordinatorinnen aus den Violence Against Women-Projekten in Indonesien, Brasilien und Argentinien, statt.  Das erklärte Ziel ist der interregionale Erfahrungsaustausch. Für die ersten Tage hat  Maria Julia Moreyra, die PWAG Koordinatorin für Lateinamerika, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Unter anderem besuchen wir die Oficina de la Mujer (OM)ein seit 2009 in Kraft getretenes Frauenbüro des argentinischen Justizministeriums.  Das Treffen beginnt am Mittwoch  30. April, um 16.00 Uhr, in einem altehrwürdigen Saal des Obersten Gerichtshofes.  An den dunklen Holzwänden hängen  lauter Portraits oberster Richter – „alles Männer und alle weiss“, so die Anmerkung einer Teilnehmerin.

Die Leiterin der Oficina de la Mujer, Dra. Flora Sofía Acselrad,  berichtet von den verschiedenen Aktivitäten und Erfolgen. Man merkt ihren sehr engagierten Ausführungen an, dass sich hier eine Frau wirklich auskennt. Eindrücklich ist, dass hier innerhalb der Justiz, also innerhalb des Systems, Veränderung stattfindet. Systematisch werden darüber hinaus sogenannte „Replicadores“, eine Art Multiplikatorinnen weitergebildet. Und entscheidend ist, dass diese keine „Gender“ Expertinnen sein müssen, denn es geht nicht so sehr um Theorie, sondern um das Engagement und das Interesse an sich. Im letzten Newsletter hat PWAG die Arbeit des OM und die Chance der Weiterbildung, die Maria-Julia erhalten hat,  schon einmal vorgestellt.

PWAG International Meeting

Nun zur Gegenwart…

Viele Tage und auch Nächte hat Maria Julia damit verbracht, den Workshop zum Thema „Frauenhandel mit dem Zweck sexueller Ausbeutung“ thematisch und inhaltlich zu organisieren. Da das Ganze in Kooperation mit dem Colegio Público de Abogados de la Capital Federal und der Abgeordneten Margarita Stolbizer vorbereitet wurde, gab es viel Diskussions- und Abstimmungsbedarf.

Jetzt kann es dann aber losgehen – nachdem kurz vor Start nochmals der Raum gewechselt werden musste, weil ein Dachziegel runterbrach. Und das an einem solch noblen Veranstaltungsort, wie dem Honorable Cámara de Diputados de la Nación.

Vera Viera, unsere langjährige Koordinatorin in Brasilien, weiss was es heisst einen internationalen Workshop zu organisieren, denn letztes Jahr war sie Gastgeberin. Sie wird am Nachmittag,  gemeinsam mit zwei FriedensFrauen aus Brasilien,  das erste internationale Panel des zweitägigen Workshops bestreiten. Nilza Iraci und Maria Amelia de Almeida Teles sind seit vielen Jahren Aktivistinnen, sie selbst bezeichnen sich als militantes. Das Thema des heutigen Panels ist: Experiencias de organizaciones y redes de mujeres. Defensa, protección, crímenes sexuales, procesos judiciales (Erfahrungsberichte von Frauenorganisationen und  -netzwerken zu Verteidigung, Schutz und Präzedenzfällen von sexuellen Verbrechen).Team Brasilien

Verfasserin: Meike Sahling, Geschäftsleiterin FriedensFrauen Weltweit

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s